Zimtöl: wie wirkt es und für was kann man Zimtöl anwenden

Herkunft und Anwendung

Zimtöl ist ein sehr wertvolles ätherisches Öl, das aus der Rinde von verschiedenen Zimtbäumen gewonnen werden kann. Man unterscheidet dabei verschiedene Sorten:

    • Zimtrindenöl, das aus der echten Zimtrinde gewonnen wird (Cinnamomum verum) 
    • Zimtcassienöl, welches von der Zimtkassie (Cinnamomum cassia) stammt
    • Zimtblätteröl, das aus den Blättern von Cinnamomum verum gewonnen wird

Zimtöl ist eine farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit, die einen feinen Geruch nach Zimt besitzt. Der leichte Duft des Zimtöls hat einen beruhigenden Effekt auf unser Gemüt.

Wir verbinden den Geruch meistens mit Weihnachten. Dem Zimtöl wurde lange Zeit eine stark aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Es soll unser Lustempfinden und das Bedürfnis nach Zweisamkeit steigern. Ob dies direkt durch den Zimtduft oder die damit verbundene Assoziation mit Weihnachten hervorgerufen wird, konnte bis heute leider noch nicht wissenschaftlich belegt werden.

 

Zimt wurde angeblich bereits um 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet. Es ist somit eines der ältesten Gewürze der Welt. Es wurde teilweise teurer gehandelt, als Gold und war neben dem Pfeffer das teuerste gehandelte Gewürz. Der Besitz von Zimt galt aufgrund seiner Seltenheit als Statussymbol. Der echte Zimtbaum ist ein eher kleiner Baum mit einer maximalen Wuchshöhe von 10 m. Seine Borke ist zweigeteilt und besteht aus einer schützenden äußeren Schicht und einer stark aromatisch duftenden inneren Schicht. Die Knospen des Zimtbaumes sind flauschig behaart. Die jungen Blätter sind rot und verfärben sich dann mit dem Alter in Richtung grün. Die Früchte sind dunkelblau bis schwarz. Zimtöl wird mittels Wasserdampfdestillation aus der frischen Rinde junger Zweige gewonnen.

Man erhält dabei beim Cinnamomum verum aus 200 kg Rinde ca. 1l  reines Zimtöl.Zimtöl hat starke insektizide Eigenschaften, denn einige im Zimt enthaltene Substanzen können Insekten schon in sehr geringen Konzentrationen eliminieren. Auch seine antibakteriellen Eigenschaften sind seit alters her bekannt. Zimtöl kann somit gegen eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden eingesetzt werden.

Zimtöl und Gedächtnisvermögen

Eine Studie von Phillip Zoladz, Student an der Wheeling Jesuit University in West Virginia, untersuchte die Auswirkungen von Düften auf die Gehirnleistung beim Menschen. Er stellte zwei verschiedenen Gruppen diverse Aufgaben, wobei die eine Gruppe dazu angehalten war Zimtkaugummi zu kauen, während der anderen Gruppe dieses Vergnügen verwehrt blieb. Es stellte sich heraus, dass die Gruppe, die den Zimtkaugummi kauen durfte ein erhöhtes Gedächtnisvermögen, erhöhte Urteilskraft und gesteigerte Konzentrationsfähigkeit aufwies.

Auch soll Zimt ganz konkret gegen Alzheimer helfen, indem es die Ablagerungen an den Hirnnerven, welche für Alzheimer verantwortlich sind, vermindert. Die Studie dazu wurde von der University of California im Jahre 2009 im ‘Journal of Alzheimer’s Disease’ veröffentlicht. Zimt hat wegen seiner Inhaltsstoffe sehr viele positive Effekte auf unseren Körper, es kann jedoch unter Umständen auch gesundheitsschädlich sein. Wie Paracelsus schon sagte:''Die Dosis macht das Gift.''

Für was kann man Zimtöl verwenden?

Mit Zimt gegen Diabetes

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Zimt besonders für Diabetiker geeignet ist. In Ihrer Dissertation an der Universität Hannover untersuchte Dr. Bärbel Mang die Auswirkungen der Zimtcassie auf den Glukosestoffwechsel von nicht insulinpflichtigen Diabetikern. Sie konnte belegen, dass die im Zimt enthaltenen Wirkstoffe den generellen Stoffwechsel im Körper ankurbeln. Dadurch ist die Bauchspeicheldrüse in der Lage, mehr Insulin zu produzieren und dadurch mehr Zucker im Blut abzubauen. Diabetikern, die sich in einer frühen Phase der Erkrankung befinden und deren Bauchspeicheldrüse noch funktionstüchtig ist, kann somit die Zufuhr von Insulin zumindest für eine gewisse Zeit erspart werden. 

Diese Forschungsergebnisse konnte eine Publikation in der Fachzeitschrift Diabetes Care aus dem Jahre 2003 belegen. In dieser Studie wurden 6 Testgruppen von an Diabetes-2 erkrankten Patienten gebildet. 3 der 6 Gruppen bekamen eine tägliche Dosis Zimt, während die anderen 3 Gruppen Placebogruppen bildeten. Es konnte bereits nach 20 Tagen bei der täglichen Einnahme von Zimt ein signifikanter Rückgang des Glukosespiegels im Blut nachgewiesen werden. Erfreulicherweise sank auch der Cholesterinspiegel der Patienten, sowie der Spiegel der Triglyceride im Blut. Bei den Placebogruppen konnte hingegen keine Besserung festgestellt werden. Eine weitere Studie aus dem Jahre 2007 im ‘American Journal of Clinical Nutrition’ stellte die Vermutung auf, dass Diabetes den Blutzuckerspiegel auch dadurch senkt, dass er die Entleerung des Magens verzögert. Dadurch wird der Organismus nicht mit hohen Zuckermengen auf einmal überschwemmt und die Bauchspeicheldrüse nicht überlastet.

Durch den erhöhten Stoffwechsel, den das Zimt im menschlichen Körper verursacht, ist dieser auch in der Lage, überschüssige Fettpolster schneller abzubauen. Wenn der Blutzuckerspiegel im Blut ausreichend hoch ist, greift der Körper die eigenen Fettpolster nicht an, da er genug Energie über den Blutzucker erhält. Sinkt nun durch das Zimt der Blutzuckerspiegel, erhält der Körper das Signal von Energiemangel. Dadurch beginnt er seine Reserven anzugreifen und Fett zu verbrennen. Zimt fördert auch die sogenannte Thermogenese, das ist die Wärmeproduktion des Körpers. Durch die erhöhte Wärme im Körper steigt auch der Stoffwechsel, was ebenfalls der Fettverbrennung dienlich ist.

Zimtöl und Menstruationszyklus

Zimt soll auch ausgleichend wirken, falls der Menstruationszyklus durcheinander gerät. Sollte die Menstruation weniger als 3 Wochen lang ausbleiben, so kann Zimt aufgrund seiner gerinnungshemmenden Eigenschaften die Monatsblutung vorziehen. Außerdem kann Zimt direkt gegen Menstruationsschmerzen helfen.

Verdauungsfördernder Zimt

Zimt regt unseren Magen dazu an, mehr Magensaft zu produzieren. Dadurch können Verstimmungen des Magens bekämpft werden. Aus dem selben Grund hilft Zimt auch gegen Appetitlosigkeit und ist wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung, für Probleme wie Gastritis hervorragend geeignet.

Hilfe bei Infektionen

Da Zimt sehr stark antibakteriell und durchblutungsfördernd wirkt, kann es exzellent gegen Erkältungen und grippale Infekte eingesetzt werden. Das Zimtöl kann Bakterien und Pilze abtöten und hemmt Entzündungen im Körper.

Zimt gut für die Haut

Die positive Wirkung, die Zimt auf unser Hautbild hat, lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen enthält das Zimtöl sehr viele Antioxidantien, was die Haut vor schneller Alterung schützt. Besonders bei Rauchern, die durch den Zigarettenrauch viele freie Radikale in Ihren Körper aufnehmen, ist Zimt förderlich. Zimt wirkt auch stark durchblutungsfördernd, weshalb es in vielen kosmetischen Produkten verarbeitet wird. Durch die verstärkte Durchblutung der Haut, steigt die Fähigkeit der Haut zur Selbstregeneration und der Neubildung von Zellen. Die Haut ''verjüngt'' sich dadurch sozusagen selbst.

Nebenwirkungen des Zimtöls

Zimt enthält zwei wesentliche Aromastoffe - Zimtaldehyd und Cumarin. Bei großen Mengen kann Cumarin Kompfschmerzen und Erbrechen hervorrufen und sogar die Leber schädigen. Kinder und schwangere Frauen sollen das Zimtöl wegen seiner starken Wirkung nicht anwenden. Das Zimtöl kann bei Schwangeren Wehen auslösen. 

Eine Zimtallergie ist relativ selten aber wie bei allen ätherischen Ölen, kann das Zimtöl bei empfindlichen Personen Allergien hervorrufen. 

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