Die kurze Geschichte des ätherischen Öls

Was sind ätherische Öle?

Ein ätherisches oder auch etherisches (essential) Öl heißt "ätherisch", weil es die "Essenz" des Pflanzenduftes enthält - den charakteristischen Duft der Pflanze, von der es stammt.

Alle Duftliebhaber lieben ätherische Öle. Sie werden im schlimmstenFall synthetisch, idealerweise durch Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Kaltpressung gewonnen. Da sich die flüchtigen, aromatischen Verbindungen in den Ölen schnell durch die Luft bewegen, kann man sie direkt mit den Sensoren im Gehirn als Duft wahrnehmen.

Die Düfte für die Götter

"Per fummum" was "durch Rauch" bedeutet, und woraus sich später das Wort Parfum ableitete, schickten schon die alten Zivilisationen als Botschaft an die Götter. Wohlduftende Harze, Hölzer und Blätter wurden schon vor einigen tausenden Jahren zu Ehren der Götter verbrannt. 

Die ersten Aufzeichnungen über ätherische Öle stammen aus dem alten Indien, Persien und Ägypten, die umfangreichen Handel mit duftendem Öl und Salben betrieben. Diese Produkte waren Extrakte aus Blüten, Wurzeln und Blättern, die in Fettöle eingelegt wurden. Schon die alten Ägypter wussten vor mehreren Jahrtausenden Zedern-, Myrte-, Zimt-, oder Mimosen-Öl zu schätzen, genauso wie die Aromen verschiedenster Pflanzen. Die Parfums und Salben spielten eine wichtige Rolle bei Schönheitsbehandlungen, aber auch bei religiösen Zeremonien. Hergestellt wurden die Duftmischungen von Priestern, die auf den Umgang mit Harzen, Balsamen und Salben spezialisiert waren. 

Die alten Griechen haben ebenfalls zur Ehrung der Götter und als Opfergaben Myrrhe verbrannt aber importierten für private Zwecke viel Zimt, Sandelholz oder Moschus aus China und Indien. Ätherische Öle wurden sowohl zur Wundheilung als auch zur Entzündungshemmung angewendet.

Auch im alten Rom waren die Parfums und Salben ein wichtiger Teil des Lebens - bei religiösen Zeremonien oder zum überdecken übler Gerüche. Hier wurden Myrte- oder Zyprus-Düfte und Rosenwasser verwendet. Römische Parfums waren fette Salben oder Duftpulver, also keine alkohol-basierten Parfums, wie man sie heute kennt. Meistens wurden die Wurzeln oder Blätter zerdrückt und in Öl bei Temperatur eingeweicht oder in Leinensäckchen ausgepresst wie Zitrus-Schalen oder Oliven. Man parfumierte sich den ganzen Körper ein, sogar die Kleidung und Haustiere wurden mit parfümierten Salben eingerieben. 

Kunst des Destillierens

In dem goldenen Zeitalter der arabischen Kultur wurde dieTechnik zur Destillation von ätherischen Ölen entwickelt. Die Araber waren die ersten, die Ethylalkohol aus fermentiertem Zucker destillierten und so ein neues Lösungsmittel für die Extraktion von ätherischen Ölen anstelle der Fettöle bereitstellten. In den orientalischen Ländern waren besonders Moschus und Zibet begehrte Duftstoffe. 

Die Griechen übernahmen die Kunst des Destillierens. So beschreibt bereits im 1. Jahrhundert Pedanios Dioskurides verschiedene Destillationsverfahren.

Die Araber nahmen ab dem 9. Jahrhundert das Thema wieder auf. In den bis zum 16. Jahrhundert erschienenen Schriften lag der Fokus auf den "gebrannten Weinen und Wässern. 

Das Wissen über die Destillation breitete sich im Mittelalter in Europa aus und die Isolierung von ätherischen Ölen durch Destillation wurde im 11. Jahrhundert beschrieben. Diese destillierten Produkte wurden später zu einer Spezialität der europäischen mittelalterlichen Apotheken, und um 1500 wurden verschiedene Produkte, wie z.B. Öle aus Zedernholz, Rose, Rosmarin, Weihrauch, Terpentin, Salbei, Zimt oder Myrrhe, eingeführt.

Wie werden ätherische Öle hergestellt?

Die Wasserdampfdestillation ist die bei weitem häufigste und wichtigste Herstellungsmethode. Der erste Schritt bei der Isolierung von ätherischen Ölen ist das Zerkleinern oder Mahlen des Pflanzenmaterials. Der Wasserdampf treibt das ätherische Öl aus der Pflanze. Die Extraktion mit kaltem Fett (Enfleurage) oder heißem Fett (Mazeration) ist hauptsächlich von historischer Bedeutung. Ein Verfahren, das Kaltpressung genannt wird, wird nur bei Zitrus-Ölen angewendet. Die äußere Schale wird in Pressen ausgepresst, und das Öl wird zentrifugiert, um Wasser und Zelltrümmer zu trennen. Das Verfahren wird für Öl von Süß- und Bitterorange, Zitrone, Limette, Mandarine, Mandarine, Bergamotte und Grapefruit verwendet. 

Ätherische Öle sind im Allgemeinen teuer, wobei die Preise von einigen Euro pro Kilogramm bis zu mehreren tausend Euro pro Kilogramm (z.B. Champaca Absolute) reichen.

Wie ist Parfüm entstanden?

Grundbestandteile eines Parfüms sind hauptsächlich Alkohol (rund 80 %), destilliertes Wasser und darin gelöste natürliche Essenzen - ätherische Öle sowie synthetisch hergestellte Duftstoffe. 

Die Belebung der Parfümerie wird u. a. mit dem Eintreffen der Katharina von Medici im 16. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Nachdem der Alchimist und Apotheker Francesco Tombarelli ein Laboratorium zur Herstellung von Düften in französischen Grasse eröffnete, wurde Grasse zum Gründerzentrum der europäischen Parfümindustrie. Im 17. Jahrhundert startete dann die halbindustrielle Herstellung ätherischer Öle im Rahmen der Arzneimittel-und Parfum-Herstellung. 

Seit ungefähr 1825 setzte man die Dampfdestillation in der Industrie und in vielen Laboratorien ein, aus welcher sich die bis heute übliche Destillation mit gespanntem Wasserdampf entwickelte. 

Die Entwicklung von Herstellungs- und Analysemethoden lässt sich sehr gut anhand der Arzneibuchliteratur nachvollziehen. In der "Pharmacopoea Germanica" (1872) war den ätherischen Ölen nur ein kurzer Abschnitt gewidmet. Erst spät, im DAB 5 (1910) und DAB 6 (1926), wurden die Prüfungen für ätherische Öle vermehrt. Den Grundstein für die Entwicklung moderner Analysemethoden legte die Strukturaufklärung der Inhaltsstoffe ätherischer Öle durch Otto Wallach (1847–1931) und die synthetische Herstellung durch Friedrich Wilhelm Semmler (1860–1931).

(Quellen u.a. Wikipedia & Encyclopaedia Britannica)

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