Die Geschichte der katalytischen Lampe

Heutzutage sind die Aromalampen weit verbreitet und überall erhältlich. Viele fragen sich aber, woher die Lampe Berger ihren Namen hat. Tatsächlich steckt hinter der Bezeichnung eine interessante Geschichte, die vor über 100 Jahren in Frankreich ihren Anfang nahm.

Der Erfinder der katalytischen Lampe

Die Geschichte der Lampe Berger ist eng verknüpft mit einer Person: Maurice Berger. Der französische Pharmazeut entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts das katalytische Dampfsystem. Das Ziel von Maurice Berger war es, ein System für die Luftreinigung in Krankenhäusern zu entwickeln. Die Medizin hatte zu diesem Zeitpunkt erkannt, dass Keime in der Luft für die Übertragung von Krankheiten verantwortlich sind. Mit ihrer Funktionsweise und der Form stellte diese Lampe eine Weiterentwicklung der Lampe Müller dar, die ebenfalls aus Frankreich stammte. Ihrem Erfinder verdankt die Lampe Berger auch ihren Namen.

Die katalytische Oxidation – Funktionsweise der Lampe von Maurice Berger

Die von Maurice Berger erfundene Lampe funktioniert nach einem ganz bestimmten Prinzip. Hierbei wird ein Keramikkopf, der auf einem nach oben hin offenen Gefäß angebracht wird, zunächst in Brand gesteckt. Als Brennstoff dient Isopropanol mit einer Reinheit von 90 Prozent. Dieses Isopropanol gelangt über einen Docht kontrolliert zum Kopf der Lampe. Nach einer Brenndauer von etwa zwei Minuten wird die Flamme gelöscht. An diesem Punkt beginnt die katalytische Oxidation und es zeigt sich die eigentliche Besonderheit der Lampe: Ohne eine sichtbare Flamme hält sie die Temperatur am Kopf der Lampe bei etwa 400 Grad Celsius.

Der Docht besteht aus Baumwolle und führt das Brennmittel konstant nach oben zum Lampenkopf. Vor allem durch den anfänglichen Brennprozess nutzt dieser Docht mit der Zeit langsam ab. Die Lampe ist dadurch jedoch nicht unbrauchbar. Der Docht lässt sich zusammen mit dem Brennkopf problemlos austauschen. Diese Ersatzdochte mit Brenner sind heutzutage günstig erhältlich. Die meisten Köpfe besitzen eine genormte Größe. Entscheidend ist der Durchmesser des Flaschenhalses. Dank dieser Eigenschaft können Sie sogar eine klassische Lampe Berger aus der Zeit des Jugendstils mit einem neuen Ersatzbrenner nutzen.

Die ersten Schritte der katalytischen Lampe

Seine Erfindung patentierte Maurice Berger im Juni des Jahres 1898. Das Patent lautete auf ein Luftreinigungssystem für die Desinfektion von Krankenzimmern. Die Geschichte der Lampe Berger begann also als medizinisches Instrument, da die katalytische Lampe eine Wirkung auf die Umgebungsluft hat. Die Oxidation am Lampenkopf findet mit einer so hohen Temperatur statt, dass dadurch Viren und Bakterien abgetötet werden. Der Oxidationsprozess sorgt weiterhin dafür, dass ein permanenter Luftaustausch im Raum stattfindet. Die Lampe saugt im Prinzip die Luft an und stößt diese dann nach oben aus. Dadurch gelangen innerhalb kurzer Zeit ein Großteil der in der Raumluft befindlichen Partikel in den Wirkungskreis des katalytischen Dampfsystems.

In den ersten Jahren verrichtete die katalytische Lampe eher unauffällig ihre Dienste. Sie kam ausschließlich in Krankenhäusern und Hospitälern zum Einsatz. Die Funktion war einzig auf die Reinigung der Luft beschränkt. Als Aromalampe mit Duftöl wurden die frühen Modelle nicht eingesetzt. Ebenso waren die Lampen selbst schlicht und unauffällig. Die Zweckmäßigkeit stand im Vordergrund, und so handelte es sich primär um simple Glasflakons ohne Verzierungen.

Vom medizinischen Utensil zum modischen Accessoire mit Mehrwert

Im Jahr 1927 änderte sich das Schicksal der Lampe Berger schlagartig. Der französische Industrielle Jean-Jacques Failliot erkannte ein anderes Potenzial in dem System. Nämlich, dass die Lampe auch ein tolles Wohnaccessoire sein kann. Failliot sah die Möglichkeit, die Funktion der Lampe auch im privaten Bereich einzusetzen. So sollte die katalytische Lampe Duft im Wohnraum verbreiten. Dem Brennstoff wurde zu diesem Zweck einfach ein Duftstoff hinzugefügt. Dieser verdampft bei der katalytischen Oxidation mit und verteilt sich schnell und großflächig im Raum.

Hinzu kam, dass sich in Frankreich und Europa zu dieser Zeit der Jugendstil durchsetzte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat er als neue Stilrichtung in den Vordergrund und beherrschte den Baustil, aber auch die Inneneinrichtung. Der Jugendstil lebte vor allem von Accessoires mit dekorativ geschwungenen Linien. Hier passte die Lampe Berger gut ins Konzept. Jean-Jacques Failliot begriff, dass die Aromalampe auch optisch ansprechend sein musste. Dann würde die Lampe den Weg in die Wohnzimmer der gut betuchten Bürgerschaft finden.

Tatsächlich ging der Plan von Jean-Jacques Failliot auf. Er erwarb 1927 die Rechte an dem Lampensystem und startete eine Werbekampagne in Frankreich. Innerhalb kürzester Zeit erlangte die Lampe Berger Bekanntheit und die Produktion stieg auf über 20.000 Exemplare pro Jahr. Zahlreiche Unternehmen, kleine Manufakturen und auch Designer entdeckten den Markt für sich. So entstand eine breite Auswahl an Lampenmodellen. Die Aufmachung der Lampen wurde aufwendiger und so verschönerten diese auch optisch die Wohnräume des frühen 20. Jahrhunderts. Relativ schnell begann auch die Zeit der Designerlampen. Aufwendige und limitierte Lampen wurden zu Sammlerobjekten. Die Flakons bestanden nicht mehr nur aus Glas. Verzierte Lampen aus Porzellan oder Steingut sorgten für Abwechslung. Selbst Berühmtheiten wie Coco Chanel oder Picasso erwarben eine Aromalampe.

Die Lampe Berger erobert Europa

Der wachsende Markt führte schnell zu einer großen Vielfalt an Lampen und Duftölen. Bereits 1928, ein Jahr nachdem Jean-Jacques Failliot mit der öffentlichen Vermarktung begonnen hatte, gab es über 100 verschiedene Lampen zu kaufen. Künstler und Designer, vor allem aus dem französischen Raum wie Saint Louis, Daum oder Lalique, entwarfen extravagante Modelle. Dies blieb auch im Ausland nicht unbemerkt. Nun wollten auch Haushalte in Belgien, Holland oder Kanada eine solche Aromalampe in den eigenen vier Wänden. Nachweislich begann der Export im Jahr 1930 und stieg bis 1938 massiv an. Durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa endete zunächst die Popularität der Lampe Berger. Die wichtigsten Eckdaten zur Geschichte der Lampe Berger:

  • 1898 durch Maurice Berger erfunden
  • ursprünglich ein System für die Luftreinigung in Krankenhäusern
  • Jean-Jacques Failliot erwirbt 1927 die Rechte an der Lampe
  • ab 1927 wird die Lampe Berger mit Duftölen kombiniert als Aromalampe vermarktet
  • Blütezeit zwischen 1930 und 1938

Die Lampe Berger in der modernen Zeit

In der Nachkriegszeit fristete die Lampe Berger zunächst ein Nischendasein. Es dauerte bis 1980, als das Konzept der Aromalampe wiederbelebt wurde. In Zusammenarbeit mit namhaften Designern erfolgte eine Neuausrichtung durch den Markeninhaber. Die Lampen wurden vor allem optisch moderner und zeitgemäßer. Der Markt nahm dies an und die Lampe Berger erfreut sich seither wieder einer steigenden Beliebtheit – was auch damit zusammenhängt, dass inzwischen mehr Wert auf Duftstoffe und Aromen gelegt wird. Viele schätzen einen frischen, angenehmen Raumduft und setzen dafür das klassische Prinzip von Maurice Berger und seiner katalytischen Lampe ein.

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